Sichtweisen

Das ist die Frage danach, worauf es letztlich ankommt. Es ist eines zu sagen, „Es ist, wie es ist“, etwas anderes ist, das auch korrekt zu interpretieren. Fast hätte ich ‚zu verstehen‘ geschrieben; das aber würde unterstellen, das wir einfach so in der Lage wären, zu verstehen. Das sind wir jedoch nicht.

Erst ein mal müss(t)en wir überprüfen, ob unsere Annahmen und Konzepte, mit denen wir ‚verstehen‘, also unsere Wahrnehmung – nicht die Wirklichkeit! – interpretieren, überhaupt der Struktur der Wirklichkeit entsprechen. Erst dann macht der Satz „Es ist, wie es ist“ Sinn.

Eins vorneweg: Unsere Sprache, zumindest unsere deutsche Sprache, entspricht nicht der Struktur der Wirklichkeit. Ihre Struktur und ihre Organisation bildet ein mechanisches System ab, jedoch, wie wir heute wissen und endlich auch zur Kenntnis nehmen sollten, nicht der Wirklichkeit, wie sie tatsächlich ist.

Wenn wir meinen, über „die“ Wirklichkeit zu sprechen, sprechen wir nur über unsere Modelle und Konzepte über die Wirklichkeit.  Modelle und Konzepte haben ja den Sinn, etwas theoretisch erklärbar und lebbar zu machen, was man nicht beschreiben und erst recht nicht definieren kann.

Modelle sind eher theoriebasiert, Konzepte hingegen eher erfahrungsbasiert. Ein Modell ist eine gedankliche Annahme, die wiederum auf einer Theorie basiert; ein Konzept hingegen ist ein Handlungsentwurf für konkretes Verhalten.

Die Frage ist also, sind wir bereit zu untersuchen, was wirklich wirklich ist?

Die Wahrnehmung hinterfragen

Es gibt Menschen, die die Welt ganz anders denken als viele andere. Das fängt damit an, dass man erst einmal erkennt, dass es „die Welt da draußen“ tatsächlich nicht so gibt, wie ich sie wahrnehme. Ich sage immer, da ist nichts als Quantenpampe. In meinem Kopf aber bilde ich die Modelle und Konzepte, die mich „etwas“ erkennen lassen. Also denke ich letztlich die Welt, die ich wahrnehme.

Das zu erkennen ist der erste Schritt. Der nächste Schritt ist zu sehen, dass nichts voneinander getrennt, sondern alles miteinander verwoben ist. In der traditionellen chinesischen Medizin kennt man keinen Unterschied zwischen Körper und Psyche, sondern geht von einem einheitlichen System aus. Ch’an hat ganz andere Vorstellungen von Willen und Kontrolle als viele Menschen. Sie sagen, wir denken durch NichtDenken, wir handeln durch NichtHandeln und so weiter und so fort.

Marshall McLuhan sagt genau das selbe auf einer ganz anderen Ebene, er sagt nämlich, dass die Form den Inhalt definiert. Was letztlich auch bedeutet, dass ich über einen bewusst gewählte Form den Inhalt definiere, ich andererseits über eine konkrete Inhaltspraxis auch die Form verändere. Man darf Form und Inhalt nur nicht als getrennt von einander ansehen.

Anders denken

Letzten Endes bedeutet das nicht wirklich anders zu denken, sondern „nur“ die eigenen Annahmen einen Plausibilitätstest zu untersuchen. Was überhaupt nicht so einfach ist, wenn man nicht weiß, wie.

Aber es gibt neben den oben genannten Wahrnehmungsmodellen und -Konzepten noch eine weiter, die  einen unschätzbaren Vorteil hat: Sie ist praktisch verifizierbar.

Ohne die Erkenntnisse der Quantenmechanik gäbe es keine Navis, keine Handys, wäre noch nie ein Ausflug auf den Mond geglückt, unsere PCs gäbe es nicht und erst recht keine Quantencomputer.

Die Quantenmechanik ist jedoch nicht nur ein technisches Phänomen, sondern sie stellt unser gewohntes Weltbild gewaltig auf den Kopf. Zeit, die Welt anders zu denken als bisher.

Was zu realisieren ist

Wenn meine Körpersysteme in einen Zustand der Kohärenz sind, dann erlebe ich mich ganz wach, präsent, zugleich entspannt, emotional offen und geistig vollkommen klar.

In diesem Zustand, in dem ich „ganz bei mir“ bin, nehmen meine kognitiv-intellektuellen Fähigkeiten definitiv zu. Wenn ich dann mit einer wichtigen Aufgabe beschäftigt bin, äußert sich dieser Zustand als ein Flow, ein zugleich hochbewusstes und selbstvergessenes Bezogensein auf die Aufgabe, in der ich aufgehe.

Und auch Wohlwollen, Freundlichkeit und Mitgefühl nehmen zu. Eine wirklich perfekte Verbindung von Wissen und Gefühl. Dies im Alltag zu leben, darum geht es, das ist das Ziel.

Wirklich leben

Ein gelingendes Leben ist heute für viele gleichbedeutend mit einem intensiven Leben. Eine Annahme, die aus der transzendenten Obdachlosigkeit des modernen Menschen resultiert und tiefe Abgründe in sich trägt.

Daher ist eine transzendente Heimat zu finden unsere Aufgabe.